Wärmepumpen-Aufträge stellen besondere Anforderungen
Wärmepumpen werden im Neubau häufig eingesetzt. Nach Angaben von Destatis nutzten 73,6 Prozent der im Jahr 2025 fertiggestellten Wohngebäude hauptsächlich Wärmepumpen. Die Statistik beschreibt Neubauten, nicht den gesamten Heizungsmarkt oder das Auftragsvolumen eines Großhändlers.
Für den SHK-Fachgroßhandel ist vor allem die fachliche Struktur des Auftrags relevant. Gerät, Pufferspeicher, Hydraulikmodul, Regelung, Zubehör und Lieferort müssen zur vorgesehenen Konfiguration passen. Eine hohe Nachfrage verstärkt den Aufwand, sie ist aber nicht die einzige Ursache.
Drei mögliche Aufwandsfelder im Tagesablauf
1. Auftragseingang im Innendienst
Bestellungen kommen per Fax, E-Mail, Telefon und Handwerkerportal. Neben Artikel, Menge und Lieferadresse müssen Konfiguration, Verfügbarkeit und Termin geprüft werden. Erfassen Sie Bearbeitungszeit und Rückfragen getrennt nach Kanal, statt mit einem pauschalen Minutenwert zu rechnen.
2. Saisonale Disposition mit hoher Kapitalbindung
Wärmepumpen und Systemkomponenten binden je nach Sortiment relevantes Kapital. Lieferzeiten, Saison, regionale Nachfrage und projektbezogene Abrufe können sich unterscheiden. Deshalb müssen Bestandswert und Lieferfähigkeit gemeinsam bewertet werden.
3. Beratung und Datenerfassung konkurrieren um Kapazität
Installateure brauchen technische Beratung zur Auslegung und klare Antworten zur Verfügbarkeit von Systemkomponenten. Wenn Fachpersonal viele Daten aus Dokumenten übertragen oder unklare Positionen suchen muss, konkurriert diese Routine mit der fachlichen Klärung.
Wo KI im Tagesgeschäft ansetzt
An diesen Engpässen kann KI-Automatisierung gezielt ansetzen. Voraussetzung sind eindeutige Stammdaten, dokumentierte Regeln und ein fachlicher Prüfweg.
Auftragserfassung automatisieren
KI-gestützte Dokumentenerkennung kann Artikelnummern, Mengen, Systemkomponenten und Lieferadressen auslesen und mit dem Artikelstamm abgleichen. Eindeutige Angaben werden als ERP-Entwurf vorbereitet. Unklare Varianten, fehlendes Zubehör und Regelverletzungen bleiben beim Innendienst zur Prüfung.
Wie ein solcher Prüfablauf aufgebaut wird, zeigt unser Beitrag zur automatisierten Auftragserfassung.
Saisonale Bestandssteuerung mit Daten statt Bauchgefühl
Modelle können historische Bestellungen, Lieferzeiten und freigegebene externe Signale auswerten. Daraus entstehen Dispositionsvorschläge. Ob sie Bestand oder Fehlmengen verbessern, zeigt nur ein Rückvergleich mit den tatsächlichen Daten.
Messen Sie für dieselbe Pilotgruppe Lagerwert, Lieferfähigkeit, Fehlmengen, Notbestellungen und manuellen Prüfaufwand. Mehr dazu lesen Sie im Artikel zur datengetriebenen Disposition im SHK-Großhandel.
Handwerkerportal und führendes System abgleichen
Bei digitalen Bestellungen müssen Portal, ERP und Lager dieselben Artikel-, Bestands- und Statusdaten verwenden. Ein automatisierter Abgleich kann Abweichungen markieren und freigegebene Statusmeldungen anstoßen. Das führende System und der Zeitpunkt der Verfügbarkeitsaussage müssen klar definiert sein.
So prüfen Sie den Nutzen im eigenen Betrieb
Ein belastbarer Pilot trennt Auftragserfassung und Disposition, weil beide Bereiche andere Messwerte haben.
| Prozess | Ausgangswert | Pilotwert | Wichtige Ausnahme | |---|---|---|---| | Auftragserfassung | aktive Minuten, Rückfragen, Korrekturen | dieselben Kennzahlen | unklare Konfiguration oder Lieferadresse | | Artikelzuordnung | eindeutige und manuell geklärte Positionen | dieselben Kennzahlen | Nachfolgeartikel oder fehlendes Zubehör | | Disposition | Lagerwert, Lieferfähigkeit, Fehlmengen | dieselben Kennzahlen | Projektabruf oder Lieferantenausfall | | Portalstatus | verspätete oder widersprüchliche Meldungen | dieselben Kennzahlen | fehlende Rückmeldung des Zielsystems |
Conveso grenzt einen ersten Prozess mit Umfang, Datenzugang, Prüfregeln und Messweg ab. Nach 14 Tagen wertet Ihr Fachteam den Pilot anhand der vereinbarten Kriterien aus.
Fazit: Komplexität zuerst messbar machen
Wärmepumpen sind im Neubau eine wichtige Heiztechnik. Für den SHK-Fachgroßhandel können Systemkonfiguration, Varianten, Verfügbarkeit und Abstimmung operative Aufwände erzeugen.
KI-Automatisierung ist dabei kein Selbstzweck. Sie muss zeigen, dass Erfassung, Prüfung oder Disposition mit Ihren Daten besser funktionieren, ohne fachliche Ausnahmen zu übergehen.
Wenn Sie wissen wollen, wo die größten Hebel in Ihrem Tagesgeschäft liegen: Wir beraten SHK-Fachgroßhändler gezielt zu diesen Themen. Sprechen Sie uns an.

Geschäftsführer und Berater für den technischen Fachgroßhandel